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Aktuell (heise online):
Microsoft
bedroht freie Software mit Patenten
Aktuell (heise online):
Bundesregierung und
Bundesrat
wollen das EPLA vorantreiben
EU-Software-Patente
durch die Hintertür?
Nachdem das EU-Parlament die Richtlinie zur Einführung von
Software-Patenten in Europa mit überwältigender Mehrheit
abgelehnt hat, läuft bereits der nächste Versuch,
Software-Patente einzuführen: das
European Patent Litigation
Agreement (EPLA).
Durch das EPLA will die EU-Kommission de facto das Europäische
Patentamt zur entscheidenden Instanz in Patentstreitigkeiten
erheben. Dieselbe Instanz, die in der Vergangenheit unter
Mißachtung geltenden Rechts über 65000 Patente auf Software und
Geschäftsmethoden erteilt hat, soll also in Zukunft darüber
entscheiden, welche Patente zulässig sind und welche nicht.
Das EU-Parlament hat dabei kein Mitspracherecht.
Software-Patente –
demnächst auch in Europa?
Kann man für die Anwendung einer komplett
selbständig entwickelten Software oder
Geschäftsmethode wegen „Diebstahl geistigen
Eigentums“ gerichtlich belangt werden?
Das Gesetz sagt: Nein. (Artikel 52 EPÜ) Das Urheberrecht einer
Software liegt beim Entwickler. Dieser entscheidet darüber, wer
die Software verwenden oder kopieren darf. Der
„Besitz einer Idee“ (Patent auf Software oder
Geschäftsmethode) ist hingegen nicht möglich.
In Widerspruch zu diesem geltenden Recht haben die europäischen
Patentämter über 65000 Patente auf reine Software und
Geschäftsmethoden erteilt. Damit herrschen in der EU de
facto bereits dieselben Verhältnisse wie in den
USA: Alles ist patentierbar. De jure
ist es derzeit noch anders: Unter Berufung auf Artikel 52 EPÜ
hat man gute Chancen, im Falle einer Patentklage das Patent zu
Fall zu bringen.
Um diesen Widerspruch aufzulösen, soll das Gesetz
geändert werden.
Sollte dieser Fall eintreten, kann jeder Anwender und
Entwickler von Software für Dinge verklagt werden, die er
völlig selbständig entwickelt hat –
nämlich dann, wenn sich jemand anderer die zugrundeliegenden
Ideen bereits hat patentieren lassen.
Über 65000 bereits – gegen geltendes Recht –
erteilte Software-Patente würden bei dieser Gesetzesänderung
auf einen Schlag rechtlich durchsetzbar!
Dies käme einem Berufsverbot für Programmierer gleich.
Nur große Firmen könnten weiterhin programmieren. Für den
Verbraucher bedeutet das:
- Weniger Auswahl
- Schlechtere Qualität
- Höherer Preis
- Schlechterer Service
Helfen Sie mit, diese Katastrophe zu verhindern!
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